giovedì , 20 Giugno 2019

Elektronisches Monochord

Das elektronische Monochord von Dr. Friedrich Trautwein stand nach seiner (nicht ganz vollendeten) Herstellung im Jahre 1954 im “Studio für elektronische Musik” des NWDR in Köln. Seiner intendierten Nutzung wurde es allerdings nicht zugeführt. Sei es, dass dieses trautonium-gleiche
Musikinstrument einen zu großen Übungsaufwand erforderte oder einfach nur nicht den Erfordernissen der aufkeimenden deutschen Elektronikmusik entsprach (Stockhausen bevorzugte in jener Zeit Schwebungssummer).

Schliesslich wurde das Monochord nur noch als simpler Klanggeber verwendet. Schon auf dem im Video gezeigten Foto lässt sich leicht ausmachen, dass die Hilfstasten über den zwei Bandmanualen “auf
einem Haufen” zusammengeschoben und nicht, wie bei dem Mixtur-Trautonium nach Oskar Sala, in einer spielunterstützenden Weise angeordnet sind.

Dr. W. Meyer-Eppler schrieb zum Monochord, das er als “Rundfunk-Trautonium” bezeichnete: “Das Instrument besitzt zwei walzenförmige, mit
Metallgespinst überzogene Manuale (“Bandmanuale”), auf denen man in ähnlicher Weise wie auf dem Griffbrett eines Streichinstruments spielt, aber natürlich ohne Benutzung eines Bogens. Jedes Manual ist einstimmig, das ganze Instrument also zweistimmig. Drückt man den metallischen Bezug
eines Manuals nach unten, so entsteht in dem angeschlossenen elektrischen Generator (Relaxations-Oszillator) eine obertonreiche
Schwingung; ihre Frequenz ist umso höher, je weiter rechts man das Manual niederdrückt. Die Schwingungsamplitude wächst mit dem Druck auf
das Manual und kann zusätzlich durch Pedale beeinflußt werden. Der Schwingungsvorgang wird entweder unmittelbar auf Magnettonband
aufgenommen oder über Lautsprecher hörbar gemacht, wobei das Klangbild in weitem Umfang durch die Spieltechnik und durch rechts und links
von den Manualen angeordnete elektrische Filter verändert werden kann. Glissandi sind ebenso gut möglich wie rasch abklingende, “gezupfte” Klänge, und der Klangcharakter reicht von der Violine bis zur knarrenden Baumwurzel.”

Quelle: W. Meyer-Eppler, Wie lassen sich Klänge und Geräusche in Film und Rundfunk “elektronisch” gestalten?, in: “Die Umschau in Wissenschaft und Technik”, 54. Jg. (1954), Heft 3, S. 83

So schön sich das von Meyer-Eppler Beschriebene auch liest, so problematisch war die praktische Verwendbarkeit des elektronischen Monochords, das von Herbert Eimert als “Trautonium” bezeichnet wurde:

Brief von Herbert Eimert an Wilhelm Maler vom 27. April 1953, Privatbesitz von Dorothea Eimert: “Mit dem Trautoniumbau für uns gab es endlose
Schwierigkeiten; schliesslich wurde das halbfertige Instrument ins Funkhaus geholt – es war nichts davon brauchbar. Unter Leitung unseres Ingenieurs F. Enkel wurde dann hier ein völlig neues Instrument gebaut: es heisst auch nicht mehr Trautonium, sondern ‘Klangerzeuger’, mit dem Zusatz: ‘mit Verwendung Trautweinscher Patente’. Dieses Instrument ist nach meinen
Intentionen so eingerichtet, daß es nicht im Sinne von Sala und Genzmer virtuos gespielt werden kann, sondern nur der Klangerzeugung dient.”

Quelle: Michael Custodis, Die soziale Isolation der neuen Musik: zum Kölner Musikleben nach 1945, S.62 (in einer Fußnote)

Fazit: Das elektronische Monochord nach Friedrich Trautwein diente im “Studio für elektronische Musik” des NWDR lediglich als Tongenerator.

Verweis:
http://youtu.be/BZxRkTPm06g

by Trautonist

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